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Album Review: Memoriam – For the Fallen

Ich würde ja gerne schreiben, dass ich euch heute einen kleinen Geheimtipp vorstellen möchte, doch Memoriam hat seine Schatten schon vorraus geworden und bekommt zu Recht die Anerkennung in der Szene, die es verdient. Nach dem überraschenden Tod von Drummer Martin „Kiddie“ Kearns wurde Bolt Thrower offiziell aufgelöst und so ergab es sich, dass sich Ex-Bolt Thrower und Beneditction Musiker zusammengeschlossen haben um Memoriam zu gründen und ein Jahr später schon die erste Scheibe zu releasen.
Bolt Thrower gehör(t)en zu meinen absoluten Lieblingsbands im Bereich Death Metal und ich war schon ziemlich enttäuscht, dass es kein neues Album mehr geben wird. Zum Glück hab ich sie 2014 noch in Stuttgart mal live gesehen, eines meiner besten Konzerte bisher! Zugegeben, Memoriam ist kein Bolt Thrower und Karl Willets, Ex-Sänger von Bolt Thrower und Sänger bei Memoriam, teilte mir in einem kurzen Twittergespräch mit, dass sie mit Memoriam ihren eigenen Stil finden wollten und nicht einfach eine Bolt Thrower „Kopie“ abliefern wollten. In meinen Augen ist das absolut gelungen!
Die Tracks auf For the Fallen erinnern schon stark an Bolt Thrower, haben aber eine etwas komplexere Songstruktur, sind also weniger eingängliche Kampfhymnen wie auf alten Bolt Thrower Scheiben, sondern brauchen einfach mehrmaliges Hören, bis sie richtig rein gehen. Der Sound ist mächtig und überrollt einen förmlich, die Texte handeln hauptsächlich vom Krieg. Im Vergleich zu Bolt Thrower hört sich Karl auf der Scheibe etwas heiser an, hab mich aber nicht getraut ihn zu fragen ob’s am Alter liegt oder das auch einfach ein Stilmittel ist um sich von Bolt Thrower abzugrenzen. 🙂
Das Album ist, wie geschrieben, durch und durch gelungen, allerdings gibt es ein kleines Manko, dass mir leider in letzter Zeit häufiger auffällt. Das Album ist für meinen Geschmack einfach etwas zu sauber produziert, klingt teilweise zu steril. Gerade im Bereich Death Metal darf es für mich produktionstechnisch auch mal etwas dreckiger sein, besonders bei den Drums. Aber das ist bei diesem Album definitiv Jammern auf hohem Niveau.

Anspieltipp ist Surrounded (By Death), gibt’s auch hier direkt als Video.

Published inBandsMusikReviews

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